There is no Anti-Zionism without Anti-Semitism
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Straßennamen setzen Zeichen

In Kassel möchte ein Bauinvestor eine Straße nach der britischen Politikerin Jo Cox benennen. Jo Cox war Opfer eines rechtsextremistischen Attentäters. Es spricht nichts dagegen, an Opfer rechtsextremistischer Gewalt zu erinnern, doch die Intention der Initiatoren ist durchsichtig. Die Straßenbenennung sei als ein Zeichen gegen politische Gewalt zu verstehen, erklärt der Investor der HNA - soweit so gut, dass die Politikerin Gegnerin des Brexit gewesen sei, findet der Initiator der Umbenennung aber dann doch so wichtig, dass er es extra ausführt. Dann diktiert er mit „Europa müsse doch zusammenstehen. Wir sind doch nicht die USA ...“ die zentralen Sätze der Ideologie deutscher Hegemonialpolitik in Europa der Journalistin auf den Notizblock. Der Ortsbeirat des betroffenen Stadtteils stimmt dem begeistert zu und das verwundert nicht. In diesem Gremium sind die Propagandisten des deutschen Gesinnungsimperialismus beherrschende Kraft. Für sie spricht der Ortsvorsteher und SPD-Politiker Norbert Sprafke folgenden Satz aus. Die beabsichtigte Benennung sei „ein Zeichen gegen Rassismus, Nationalismus und Europafeindlichkeit.“

 

Die HNA nimmt diese Initiative zum Anlass, dem Leser und der Leserin einen kleinen Quiz über Straßennamen zu unterbreiten. Diesem Quiz möchten wir eine weitere Frage anfügen.

 

Was haben folgende Persönlichkeiten gemeinsam, nach denen ebenfalls Straßen in Kassel benannt sind?

 

Karl Branner

Martin Luther

Ludwig Jahn

Ernst Moritz Arndt

Clemens Brentano

Achim von Arnim

Karl Kaltwasser 1

 

Sie waren Judenhasser und Antisemiten2. Diese Straßenbenennungen sind zwar kein Zeichen gegen politische Gewalt und auch nicht gegen Nationalismus, aber eines für den zentralen Bestandteil der deutschen Weltanschauung. Der deutsche Imperialismus tritt heute im Gegensatz zu früher mit einer guten Gesinnung auf. Der Judenhass hat heute in Form von "Israelkritik" und Antizionismus nur ein anderes Antlitz, insofern stehen die Namen denen, die sich über die Namenspatin Cox freuen gut zu Gesicht. (jd)

1 Kaltwasser war nationalsozialistisch-völkischer Kulturpolitiker und Landesleiter der Reichsschrifttumskammer des Gaus Kurhessen sowie seit ihrer Gründung 1942 bis etwa 1970 Geschäftsführer der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel.

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