There is no Anti-Zionism without Anti-Semitism
There is no Anti-Zionism without Anti-Semitism

7. November - Traditioneller Marsch der Antizionisten

Die Kasseler VVN veranstaltet regelmäßig zum 7. November einen Gedenkgang zur Reichspogromnacht. Sie will, „wie in den vergangenen Jahren [...] an die antisemitischen Ausschreitungen vor den Augen der Menschen dieser Stadt erinnern.“ Meinen sie die antisemitischen Aufmärsche im Sommer 2014, die antisemitischen Reden des Ulrich Restat und Abraham Melzer aus diesem Jahr, meinen sie die antisemitische Kundgebung im Januar 2009, die das Friedensforum damals zusammen mit der Milli Görüs abhielt? Nein sie meinen die Pogromnacht im Jahre 1938. Es spricht viel dafür, an dieses historische Ereignis zu erinnern, gerade in Kassel. (Hierzu hier mehr: 7. November 1938. Pogrome in Nordhessen - Kassel war Vorreiter). Den Blick von den aktuellen Ereignissen aber abzuwenden oder gar zum Dunstkreis derer zu gehören, die diese mit initiierten, nichts beschreibt besser, dass man sich gerne der toten Juden erinnert aber die lebenden als Störenfriede begreift.

 

Pikant ist diese Veranstaltung aber vor allem auch deswegen, weil das stramm antizionistische und israelfeindliche Kasseler Friedensforum Mitveranstalter ist. Man wird sagen, einer unserer besten Mitkämpfer ist Jüdin und Nachkomme des Holocaustüberlebenden und Widerstandskämpfers Peter Gingold, der Vorwurf antisemitisch zu sein, oder dieser Weltanschauung den Boden zu bereiten, sei absurd. Doch diese altbekannte rhetorische Figur des Antisemiten ist so inhaltsleer wie durchsichtig.

 

Die VVN spricht von weiteren Unterstützern, die man aus welchen Gründen auch immer, gar nicht erst aufzählt. Man kann vermuten, dass es Kreise aus dem Umfeld der Partei "Die Linke" sind. Die hat freilich am 9. November etwas anderes vor. Sie macht das Wohnen in den Zeiten der Spekulation zum Thema, ein paar Tage vorher wird der SA-Voran-und-ich-bin-vor-allem-gegen-den-Zionismus-Rapper und Propagandist des Lynchmords Holger Burner eingeladen. (vgl. z.B. Kritische Initiative Schaumburg: Zur Kritik gegenüber Holger Burner)

 

Zurück zum Friedensforum, das am 7. November also zusammen mit der VVN zur Reichspogromnacht einen Gang gegen Rassismus und Antisemitismus vollführen wird. Anfang Dezember versammelt dieses Forum die Crème de la Crème des politischen Wahns in Deutschland in Kassel. Karin Leukefeld, Norman Peach, Sabine Schiffer und andere Zombies des politischen Wahns in Deutschland werden zu Gast in Kassel sein. Und wo wird der anschließende Small-Talk geführt? Im Café Jihad, formaly known as Café Buch-Oase. Wird die VVN eine Mahnwache veranstalten? Wahrscheinlich eher nicht, sie wird brav bis zum nächsten Jahr warten, wenn es wieder heißt: „Die Erinnerung an Verfolgung und faschistischen Terror für heutige Generationen lebendig [zu halten] ... und gleichzeitig ein Signal gegen Neofaschismus und Antisemitismus heute [zu setzen]."

 

(j.d.)

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