There is no Anti-Zionism without Anti-Semitism
There is no Anti-Zionism without Anti-Semitism

UETD 2014 in Kassel: Widerstand/Aufruhr gegen Israel

Die UETD gilt als die Lobbyorganisation der AKP. Sie ist die Organisation, die unmittelbar die Politik der AKP in Deutschland in den türkischen Communities umsetzt und propagiert. So organisierte die UETD Wahlkampfveranstaltungen für Erdogan in Deutschland. Auch in Kassel war und ist dies so. (Zur Einordnung der UETD in Kassel, vgl.: Recherchegruppe Kassel) Unmissverständlich bekundete die UETD in Kassel: "Meine Stimme geht an Erdogan - Weil er ein Weltherrscher ist." (Bild rechts)   

 

Der UETD in Kassel gehört unter anderem der Vorsitzende des Ausländerbeirats in Kassel Kamil Saygin, aber auch ein Kadir Bicer ist dort aktiv an. Bicer ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft AG Migration und Vielfalt der SPD und Kandidat der SPD für die Kommunalwahlen in Fritzlar auf Listenplatz 17 gewesen. Er schreibt für die der AKP nahestehenden Zeitungen Post Gazetesi und Türkiye sowie für die Post Aktüel in Nordhessen. Der SPD-Arbeitsgemeinschaft gehört übrigens auch der Kasseler DITIB Aktivist Mahmut Eriylmaz an, über den hier auch schon berichtet wurde. In einem seiner Artikel hebt Bicer die Verbundenheit der in Kassel lebenden Menschen türkischer Herkunft zur SPD hervor (UETD Kassel'e Yeni Yönetim). Dass der ehemalige Oberbürgermeister Kassels auch als Sultan fungierte verwundert also nicht. Kadir Bicer ist im übrigen mit Yasemin Bicer verheiratet, die bei dem Landesfrauenverband der DITIB Hessen führend tätig ist.

 

Warum hier aber die erneute Thematisierung der UETD? Weil eben die UETD und das Ehepaar Bicer im Zusammenhang der antisemitischen Aufmärsche im Jahr 2014 zu nennen sind. Im Folgenden soll es daher um eine schon etwas länger zurückliegende aber dafür um so brisantere Angelegenheit gehen. 

 

Als es im Sommer 2014 in Kassel, wie in anderen Städten auch, zu den großen antisemitischen Zusammenrottungen kam, postete die UETD auf ihrem Twitteraccount unter dem Hashtag „In Kassel gibt es Widerstand / Aufruhr gegen Israel“ (#Israil Isyani) einen Artikel Kadir Bicers. Kadir Bicer ließ in dem Artikel die Organisatorin der Kundgebung, die Studentin Gizem Bicen, unter der Überschrift "Widerstand gegen Israel in Kassel" verlautbaren, dass die Gegendemonstranten ("die Zionisten") die Teilnehmer der Antiisraelkundgebung provoziert hätten und das Israel der wahre Terrorist sei. (Post Aktüel, 17. Juli 2014: Kassel'De Israil Isyani)  Auf dem Facebookaccount von Kadir und Yasmin Bicer wurden in diesem Zeitraum zahlreiche antiisraelische Stellungnahmen gepostet. Das Ehepaar griff dabei u.a. auf Todenhöfer, Ken FM, Hallervorden und auf ein Posting des DITIB Landesfrauenverbandes Hessen zurück. Sie bedienten dabei die typischen antiisraelischen Klischees linker und islamischer Provenienz. Aber nicht nur die Ideologen und Israelfresser Querfrontdeutschlands dienten Bicer als Stichwortgeber. In der Post Aktüel interviewte Bicer den Kasseler Dechant Harald Fischer, der sich auch in dieser Angelegenheit gewohnt "israelkritisch" gab. (Post Aktüel, 26. Dez. 2014: Waffen für Frieden)

 

Auch im Zusammenhang der Armenienresolution des Bundestages führten die Bicers Todenhöfer ins Feld. Todenhöfer ist der Auffassung, dass eine aus dem Aluhut gezauberte Tötung an 2 Millionen Türken genauso schlimm sei, wie das Verbrechen an den Armeniern. Wer rechnen kann, kann auch die Wertung Todenhöfers nachvollziehen. Nachdem die UETD zusammen mit der DITIB, den Grauen Wölfen, islamistischen Gruppen aber auch mit der oppositionellen CHP die in Deutschland lebenden Türken in einem gemeinsamen Schreiben aufforderten, sich an die Bundestagsabgeordneten zu wenden, kam es diesen gegenüber  z.T. zu massiven Einschüchterungsversuchen und Drohungen aus den Reihen der türkischen Community. (vgl., Tagesspiegel, 07.06.2016

 

Die SPD Arbeitsgruppe behauptet, sich gegen "Rassismus, Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit," und natürlich auch gegen "Antisemitismus" einzusetzen. Die Bicers haben verstanden. Mit dem von ihnen geposteten Video "Die Muslime sind die Juden von heute", greifen sie das Thema Antisemitismus in instrumenteller Absicht auf und machen sie sich gemein mit der dubiosen Gruppe "Generation Islam".  Und wenn schon die Muslime die Juden von heute sind, was sind dann wohl die Juden heute - da wird man ja doch wenigstens noch Israel kritisieren dürfen.

 

(jd)

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